Forensische Linguistik ist – wie der Name verrät – ein Teilbereich der Linguistik. Normalerweise wird es als Teildisziplin der angewandten Linguistik verstanden. Es gehört zu, ist aber zur gleichen Zeit auch unabhängig von, dem Bereich der Rechtslinguistik. Die forensische Linguistik interagiert mit Bereichen wie Kriminologie, Psychologie, Philosophie, Recht, Polizeiarbeit, Spracherwerb, Diskursanalyse und Sozialwissenschaften.

Forensische Linguistik ist eine Anwendung der Linguistik auf Kriminalfälle, Polizeiarbeit und Interaktionen vor Gericht. Wenn Sprache auf Kriminalfälle trifft, genau dann kann forensische Linguistik hilfreich sein. Sprache und Recht (oder auch Rechtslinguistik) beschäftigt sich hauptsächlich mit der Linguistik des Rechts, von Statuten und Gesetzen und ihrer Interpretation und Anwendung. Sie beschäftigt sich auch mit den Standards für die Produktion von Beweisen und ihrer Zulassung vor Gericht. Beide Gebiete teilen sich einige Forschungsaspekte, aber die Anwendung ist verschieden.

Forensische Linguistik beschäftigt sich grundsätzlich mit der Analyse von geschriebenem und gesprochenem Material. Geschriebenes Material kann handgeschrieben, getippt oder gezeichnet sein. Gerade im Zuge der neuen Technologien ist die Anzahl von getipptem Material gestiegen. Die Fälle, die geschriebenes Material mit sich bringen, sind sehr unterschiedlich. Unter anderem beschäftigt sich die forensische Linguistik mit Autorschaft, Suizid- und Erpresserschreiben, Drohbriefen, der Bestimmung des Ursprungs eines Sprechers/Schreibers, der Analyse von infrage gestellten E-Mails, Verträgen, Vernehmungen usw. Forensische Phonetik ist wahrscheinlich die bekannteste Anwendung der forensischen Linguistik, wird aber meist als eigenes Gebiet betrachtet.

Für alle Gebiete, die mit der forensischen Linguistik in Kontakt stehen, ist es wichtig sich der Frage der Beweise zu widmen, auch wenn in manchen Anwendungen die Ermittlungen im Vordergrund stehen und weniger die Erstellung von Material für das Gericht.

Neben den theoretischen und praktischen Folgen ist es wichtig sich das linguistische ‘Verhalten’ und die Arbeitsethik der forensischen Linguistik anzuschauen. “Forensischer Linguist” ist kein geschützter Begriff, jeder könnte hingehen und sich so nennen. Hier ist es umso wichtiger, dass sich Linguisten verpflichtet fühlen gewisse (ethische) Grundsätze einzuhalten. Ob es dabei nun um die Produktion und Präsentation von Beweisen geht, die Frage nach Geld und Gutachten oder natürlich wem ich überhaupt ein Gutachten schreibe. Das ist vor allem auch für die Länder relevant, in denen forensische Linguistik noch nicht so etabliert ist wie im UK, den USA oder Spanien.

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